Richtfest

090715-091

Der Richtspruch kam natürlich von der Dachterasse

Heute hatten wir zwei neue Gesichter auf der Baustelle: Die Dachdecker waren da. Allerdings bestand deren Aufgabe lediglich darin, unsere Dachterrasse abzudichten, wärend es der Job der Dammänner war, auf unserem Dach herumzukraxeln und die Metalleindeckung fest zu schrauben.

Da der Gerüstbauer irgendwie verplant war, konnte der Aufbau allerdings erst Nachmittags losgehen. Dafür waren die Jungs vom Gerüstbau wirklich unterhaltsam. Ein bisschen wirkte das ganze wie eine Zirkusnummer,  so wie die da mit schweren Metallteilen warfen und rumhantierten.

Ich habe die Truppe dann nicht weiter beobachtet, da für unser Richtfest noch genug zu tun war. Um 15.30 Uhr wollten wir die Tische und Bänke stellen, um 15.31 Uhr machte der Dachdecker die Dachpappen auf (um die Abflüsse für die Dachterrasse einzusetzen) und um 15.32 brach dann ein Unwetter los, wie ich es nur selten erlebt habe. Der Himmel öffnete seine Schleusen und die Wassermassen, die normalerweise durch die Regenrinne ablaufen, liefen nun durch das gerade eben geöffnete Dach komplett in unser Haus. Der Wohn-Essbereich, welchen wir für unsere Feier herrichten wollten, wurde geflutet. Ich geriet ein wenig in Panik um unser schönes – eben noch trockenes – Holzhaus, aber die Dammänner blieben ganz gelassen. Das würde dem Holz nichts machen, die Dämmung sei ja auch noch nicht drin, das würde ganz schnell wieder trocknen. Nagut, ich war beruhigt. Mit den Dichtungsfugen unter den Türen (gerade sauber und ordentlich gezogen) machten die Dammänner kurzen Prozess. Das ganze wurde mit einem Schraubendreher wieder rausgekratzt und so konnten wir das Wasser einfach unter den Türen durch nach draussen fegen. Der ursprünglich um 16.00 Uhr geplante Start der Feierlichkeiten verzögerte sich zwar etwas, aber so konnten wir den etwa 70 Richtfest-Gästen wenigstens ein frisch gefeudeltes Haus präsentieren.

Die Dammänner brachten die Richtkrone an und nach dem traditionellen Richtspruch wurde – wie bei einer Schiffstaufe – eine Sektflasche zerschlagen. So ist das halt im Norden :-) Eine wirklich schöne Feier, die der harte Kern der Partygesellschaft auf der schönen, großzügigen Dachterrasse ausklingen ließ.

Rohbau zweiter Tag

Zeitraffervideo des zweiten Tages

Zeitraffervideo zweiter Tag

Der zweite Tag ist um und unser Haus ist fertig!! … Naja, zumindest fast ;-) Aber wir haben jetzt überall Fenster, eine Bautür, die wir – sehr zum Kummer einiger neugieriger Spaziergänger, die gerne mal den Bau begutachtet hätten – abschließen können, und eine super geniale Dachterrasse! Wir sind wirklich komplett begeistert.

Das Haus ist übrigens ganz schön hoch, und ich konnte gar nicht hin sehen, als die Dammänner in schwindelerregender Höhe die Hausteile an Ort und Stelle brachten.  Aber zum Glück ging alles gut. Unten auf der Straße hörte ich jemand sagen: “Hä? Wo kommt denn das Haus plötzlich her?!” Tja, ich habe es ja selbst kaum glauben können, aber morgen ist tatsächlich Richtfest!

Rohbau erster Tag

Zeitraffer erster Tag

Zeitraffervideo erster Tag

Heute soll es nun also kommen, unser Haus. Ich habe mir extra Urlaub genommen und gestern Abend schon das Setup für die Zeitrafferaufnahme bei unseren zukünftigen Nachbarn und Eltern eines guten Freundes schräg gegenüber in Stellung gebracht.

Als ich um 7:00 Uhr morgends da aufschlage, um die Intervallaufnahmen zu aktivieren, staune ich nicht schlecht, denn das halbe Erdgeschoss steht schon. Die Dammänner sind nachts um 4:00 in Wohnste (zwischen Hamburg und Bremen) gestartet und haben bereits gegen 6:30 ihren Tieflader mit Kranaufbau in Stellung gebracht.

Manfred Dammann mit seiner Kran-Fernsteuerung vorm Bauch erinnert auf den ersten Blick an einen Modellbauer, der sein Flugzeug steuert. Allerdings fliegen da eher die Wände nach und nach Richtung Haus, und ich bin froh, dass heute kein Sturm vorhergesagt wurde.

Es ist total faszinierend, wie schnell hier ein Haus entsteht und man muss sagen, die Jungs machen das nicht zum ersten Mal. Geschickt werden die herangehievten Wände in Position gebracht und fachmännisch miteinander verbunden – wie auch immer. Diverse Wände werden mit enromen Schrauben mit dem Beton der Bodenplatte verankert; wegfliegen sollte es also nicht mehr.

Wonny versorgt die Mannschaft gegen 10:00 mit Brötchen, Kaffee und kalten Getränken. Man sitzt bereits in unserem Wohnzimmer. Prima, nun endlich zu sehen, wie sich die monatelangen Grundrisszeichnungen in der Umsetzung ausgestalten. “Aha, hier komme ich rein, Garderobe, WC, aah, dort mein Arbeitszimmer und hier der Hauswirtschaftsraum…”

Gegen Ende des Tages können wir bereits das Obergeschoss begehen. Die Treppe haben wir vielleicht doch etwas zu rustikal gewählt – achso, das ist die Bautreppe ;-) Das Bad ist ein Traum, mit Blick über die Gärten im Osten. Ich werde mich demnächst nur noch in der Badewanne aufhalten.

Die Kids haben ihre Zimmer schon gefunden. Finni beschwert sich allerdings: “Kein Dach mehr”, was soviel heißen soll, wie “ohne Dach ziehe ich hier nicht ein”. Wir vertrösten ihn auf morgen.

Klickt auf das Bild, um meine Zeitrafferaufnahme zu sehen!