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Hochrechnungen

Vielen Dank an dieser Stelle für alle Kommentare soweit! Nach den ersten vier Tagen des Stromzähler-Loggings bestätigen sich die 60 kWh pro Tag bei den derzeitigen Minustemperaturen. Natürlich lässt sich der Wert nicht aufs Jahr hochrechnen. Ich schätze mal, dass die Wärmepumpe im Sommer nahezu gar nicht mehr läuft, wird doch die Warmwasser-Aufbereitung dann von den Solar-Panels unterstützt. Trotzdem frage ich mich, was wir wohl 2010 für Strom ausgeben werden.

Zwischen den Jahren hat mir Herr Voß unaufgefordert die Unterlagen zur Antragstellung bei der BAFA zur Förderung effizienter Wärmepumpen geschickt – sehr zuvorkommend. Darin weist er für unsere Luft/Wasser-Wärmepumpe Buderus WPL 70 ARM eine Jahresarbeitszahl von 3,5 aus. Die Heizleistung der Pumpe bei einer Außentemperatur von 2°C und einer Heizungs-Vorlautemperatur von 35°C (A2/W35) gibt Vossi dort mit 5,5 kW an, obwohl Buderus im Prospekt einen Wert von 7,1 kW nennt.

Die Leistungszahl gibt das Verhältnis von nutzbarer Wärmeernergie zu aufgebrachter elektrischer Energie (Strom) an. Eine Leistungszahl von 3 heißt also, dass ich dreimal so viel kWh an Wärme raushole, wie ich Strom reinpumpe. Die Leistungzahl ist natürlich abhängig von der Außentemperatur, denn eine Luft-Wärmepumpe tut sich bei Minustemperaturen bestimmt schwerer, der Luft Wärme zu entziehen. Buderus gibt die Leistungszahlen für die WPL 70 wie folgt an: 2,6 bei –7°C; 3,2 bei 2°C; 3,6 bei 7°C und 4,0 bei 10°C. Die Jahresarbeitszahl ist dann das Verhältnis der abgegebenen Heizenergie zur zugeführten elektrischen Energie über ein ganzes Jahr betrachtet.

Einer der zwei Wärmepumpen-Manager, die sich hinter dem Pufferspeicher zu verstecken suchen, zeigt derzeit eine Wärmemenge von 3.020 kWh an. Das müsste ja dann die Energie sein, die die Wärmepumpe seit Inbetriebnahme Anfang November produziert hat. In dem EnEV-Nachweis (kompliziertes Dokument) berechnet Dammann einen Jahresheizwärmebedarf von 9.295 kWh und für die Trinkwassererwärmung 2.898 kWh, macht einen Jahresgesamtwärmebedarf von 12.193 kWh. Ich hätte also in zwei Monaten schon ein Viertel verbraucht; sind aber auch kalte Monate, insofern könnte das schon hinkommen. Mal angenommen der Jahresgesamtwärmebedarf stimmt und auch die Jahresarbeitszahl von 3,5 ist realistisch und wir lassen die Solar-Panels mal außer Betracht, dann müsste ich doch (12.193 kWh / 3,5) etwa 3.500 kWh Strom für die Wärmepumpe aufwenden.

Wenn wir nun bald den zweiten Stromzähler für die Wärmepumpe bekommen, kann ich.die Jahresarbeitszahl (JAZ) prima ausrechnen. Ich werde die Wärmemenge ab sofort mal mitprotokollieren. Wenn ich den normalen Stromverbrauch schätze, kann man immerhin schon mal eine ungefähre JAZ ableiten.

60 kWh pro Tag

Ich habe nun mal angefangen, die Stromzähler-Stände aufzuschreiben. Wir haben seit gestern Mittag 12:30 bis heute morgen um 9:00 bereits 52(!) kWh verbraucht. In den verbleibenden Stunden kommen bestimmt auch noch mal acht zusammen, so dass ich derzeit von 60(!) kWh pro Tag ausgehen kann. Das wären hochgerechnet 1.800 kWh pro Monat und 21.600 kWh im Jahr. Ein Einfamilienhaus braucht sonst so um die 6.000  kWh würde ich sagen. Natürlich ist die Hochrechnung hinfällig, weil im Sommer die Wärmepumpe nicht so zieht, aber trotzdem, die 60 kWh über die letzten 24 Stunden sind real. Das sind über 300 Euro Stomkosten im Monat, hatte ich mir anders vorgestellt. Wir brauchen dringend Smart Metering, um festzustellen, wo der Strom hingeht. Von 23:30 bis 9:00 morgends lief allerdings im wesentlichen die Wärmepumpe, die in der Zeit 20 kWh verbraucht hat. Hochgerechnet auf einen Tag hieße das, die Wärmepumpe zieht 50 kWh am Tag (Außentemperatur heute morgen –3,6°C). Ouhuaha!

Wärmepumpe

Hier mal ein kurzes Resümee zur Heizungsanlage nach den ersten Tagen mit Minus-Temperaturen. Wir müssen nicht frieren; das ist schon mal gut. Die Raum-Thermostate sind immer noch nicht montiert, aber das stört auch nicht wirklich, denn wir verspüren kaum Bedarf, die Temperatur der Räume zu regeln. Nach ein bis zwei Optimierungen mit Herrn Voß am Telefon (ich bin jetzt Wärmepumpen-Manager-Experte) scheint die Heizungsanlage nun soweit eingestellt zu sein, dass sie am untersten Limit fährt (Kostenoptimierung), aber das Haus trotzdem warm genug ist. Entgegen unseren Erfahrungen aus Altbauten und Reihenhäusern aus den 70ern fällt das Heizen auch gar nicht auf. Der Boden ist nur unmerklich warm und trotzdem reicht diese Wärme aus, um ein angenehmes Raumklima zu erzeugen – beste Dämmung eben. Auch die Dreifachverglasung zeigt sich sehr schön in Form von außen beschlagener Scheiben.

Und doch zeigt die Diskussion um die Größe der Wärmepumpe Spuren. Herr Voß rief vor einigen Monaten an und äußerte besorgt, dass er die gewählte Wärmepumpe für zu klein hält, wo wir nun doch den Dachboden ausbauen. Ich fragte mich noch, wie das eigentlich geplant war, ob wir die Wärmepumpe hätten tauschen sollen, sobald wir den Dachboden ausbauen. Eine etwas merkwürdige Strategie vom Häuslebauer wäre das. Thomas Dammann versuchte dann zu beruhigen, dass die Wärmepumpe nur nicht ausreiche, wenn draußen –10°C sind und man alle Räume im Haus auf 21°C heizt. Dann würde der Heizstab mit anspringen. Ein Kollege von Herrn Voß (ebenfalls Sanitär-Meister) sagte, dass man eine Heizungsanlage doch genau so planen sollte und ist der gleichen Ansicht wie Voß, die Pumpe sei definitiv zu klein – beunruhingend.

Der sogenannte Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, bei dem ein zweiter Wärmeerzeuger unterstützen muss. Bei uns ist das der elektrische Heizstab, der natürlich bei erhöhtem Einsatz die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe zu nichte macht. Der Bivalenzpunkt läge bei unserer Pumpe bei –4°C, bei einer größeren Wärmepumpe dann bei –6°C. Die koste aber 1.500 Euro mehr. Insofern hätte Dammann die wahrscheinlich von Anfang an auch drauf geschlagen, beruhigte ich mich dann; eine Erläuterung der Situation vor Vertragsunterzeichnung wäre aber schon fair gewesen. Jetzt hoffen wir, dass der Heizstab so selten anspringt, dass wir den Mehrpreis für die größere Wärmepumpe nie erreichen. Wenn wir uns mal einen Kamin anschaffen, können wir damit unterstützen, auch wenn sich wohl keiner wirklich einen Kamin anschafft, um damit zu heizen bei den Holzpreisen.

Noch einen Haken hat das Thema Wärmepumpe. In vielen Regionen – aber eben nicht in allen – gibt es einen speziellen Wärmepumpen-Tarif, der dann nur bei 14 Cent pro Kilowattstunde liegt. Dann erst ist die Wärmepumpe (die nun mal Strom braucht) richtig rentabel. Leider bietet der lokale Stromanbieter hier einen solchen Tarif nicht (oder nur halb: nachts günstiger). Den Wärmepumpen-Tarif gibt es aber wohl immer nur lokal, so dass wir auch nicht zu einem anderen Anbieter diesbezüglich wechseln können. Dumm gelaufen.

Die Historie des Wärmepumpen-Managers zeigt mir an, dass der Heizstab schon 20 Stunden gelaufen ist, aber die Temperaturen der letzten Tage waren auch außergewöhnlich niedrig für das maritime Kiel. Wir hoffen auf mildere Temperaturen und somit einen gelangweilten Heizstab.