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Allein, allein… allein, allein…

Heute habe ich das erste mal geweint. So richtig. Mit Schluchzen und allem was dazu gehört. Dabei hatte der Tag eigentlich mal ganz gut und viel versprechend angefangen:

Um 7.30 stand Frau Köster mit ihrem Team vor der Tür und legte los mit Seile spannen, und Auskoffern unserer Auffahrt, damit Recycling eingebracht werden konnte. Doch schon nach kurzer Zeit stoppten die Geräusche vor der Tür. „Frau Schneider, das sollten sie sich mal ansehen…“ Frau Köster wollte mit dem kleinen Bagger den ersten Sand rausholen, das Loch (ziemlich dicht an der Hauswand) füllte sich randvoll mit Wasser. Ähhh… uh. Das ist glaube ich nicht so gut… Der Boden war eh schon ziemlich wabbelig gewesen, aber jetzt schien unser Haus nur noch auf Wackelpudding zu stehen. Der Sand brach ständig an den Seiten weg und platschte in das Wasserloch. Nur um abschätzen zu können mit was wir es da zu tun haben, stach ich dann mit einem Spaten an der Hauswand neben dem Loch in den Boden. Damit hatte ich die Büchse der Pandorra geöffnet. Es gab einen riesigen Schwall. Wassermassen und Schlamm spülten unter unserem Haus raus. Die Erde um die Carportstützen brach platschend weg. Ach Du Scheiße…! Bin sonst kein Freund von rauhen Worten, aber in diesem Falle…  Ich ans Telefon. Dammann anrufen. Der blieb erstaunlich ruhig. Sei wohl auf einen Fehler des Tiefbauers zurück zu führen. Na toll. Frau Köster hatte auch schon gesagt, dass dieser Boden nie und nimmer ordentlich verdichtet wurde. In diesem Fall hätte er gar nicht erst so viel Wasser ziehen können. Ich bin Laie, aber, prüft man sowas nicht irgendwie bevor man ein Haus drauf baut?!?

Während ich noch am Telefon sprach (Bennet lautstark nach Milch brüllend unter den Arm geklemmt) demonstrierte Frau Köster ihren Mitarbeitern wie sie ohne Anstrengung einen Spaten unter unser Carport Fundament schieben konnte. Insgesamt konnten wir einen Zollstock 90 cm tief einfach in den Boden stecken. Dann erst kommt wohl eine tragende Schicht. (Haltet bitte Kinder unter einem Meter von unserem Grundstück fern, die könnten nämlich plötzlich weg sein…) Tja, da Dammann wohl scheinbar jetzt nichts machen konnte, rief ich meinen Schwiegervater an. Der sollte Wiese fragen, was für einen Pfusch er hier gemacht hätte. Irgendwie war aber gerade bei Glindemann keiner da. Ich glaube, ich habe mich selten so allein gefühlt. Allein, allein gelassen.

Keine Ahnung, was jetzt passieren konnte, der gesamte Boden weg rutschen? Das Haus durchbrechen? Das Carport einstürzen? Bennet brüllte, das Wasser lief, die Erde brach an einigen Stellen ein, die Gartenbauer brachten Bagger und Radlader in Sicherheit und ich versuchte verzweifelt, irgend jemand zu erreichen. Das war der Moment, in dem ich plötzlich alle verstehen konnten die sagen: Ich baue nie wieder! Wer weiß, vielleicht lache ich auch in ein paar Jahren drüber, aber jetzt war es alles anderes als lustig. Wenigstens meine Schwiegermama erreichte ich schließlich. Prima, die Kids konnten also schonmal abgegeben werden. Auch Thommy konnte sich kurz bei der Arbeit davon machen. Thommy arrangierte für heute Nachmittag einen Termin mit Herrn Boden (Bodengutachter, der aufmerksame Leser kennt ihn bereits aus frühen Bautagen und weiß: Nicht verzagen, Boden fragen! Er ist einer von den Guten…) Mein Schwiegerpapa kam schließlich auch noch vorbei und begutachtete das Schlammassel. Man beschloss, morgen an verschiedenen Stellen Eimer mit kleinen Löchern einzugraben und zu versuchen, das Wasser, das sich darin sammelt, in die Regenrinne zu pumpen. Na toll. Und alle, die’s verzapft haben, sagen ätschebätsch – seht mal zu, wie ihr das hin bekommt… Aus lauter Verzweiflung ließ ich den netten Herrn von den Versorgungswerken das Wasser abdrehen und prüfen, ob vielleicht unsere Wasserzuleitung undicht ist. Nö. Is nicht. Schade, dann hätten wir wenigstens gewusst, wo das ganze Wasser her kommt. Trotzdem Danke!

Ich schnappte mir ’nen Eimer und fing an, das Wasser in ’ne Schubkarre zu schippen. Zur Straße. Platsch. Auskippen, nächste Fuhre… Frau Köster und ihr Team hatten angefangen, stellenweise den Boden auszutauschen, aber es blieb puddingartig. An Pflastern oder Podest vor der Eingangstür ist die nächsten Monate (Jahre?!) nicht zu denken. Na prima. Und die gute Nachricht? Tja, die gibt es nicht. Aber immerhin kam Herr Boden und versprach mir, unser Haus würde, dank der Pfähle, sicher stehen. Die Bodenplatte sollte eigentlich so sein, dass sie auch komplett frei schwebend halten würde. Ich hoffe, die Bodenplatte weiß das auch… Nur das Carport… hmmm. Das sähe alles gar nicht so gut aus. Keine Frage, sagt Herr Boden, hier wurde gar nicht, oder zumindest komplett unzureichend der Boden verdichtet. Er machte ein paar ganz eindeutige Tests und entnahm auch ein paar Proben. Morgen früh will er mit dem Statiker sprechen. Auf der Südseite stellte er auch fest, dass der Boden nicht verdichtet ist. Morgen müssen wir Herrn Kromrei von der Ostsee-Tischlerei erstmal absagen und den Terrassenbau auf unbestimmte Zeit verschieben.

Und nun muss das Wasser raus. Keine Ahnung wer das alles bezahlen soll. Kennt jemand einen guten Anwalt in Sachen Baurecht?

Als um 17.00 Uhr alle weg waren und ich nicht mehr weiter Wasser schippen konnte – ich konnte nämlich nichts mehr sehen und wäre zweimal selbst fast im Schlammloch verschwunden – setzte ich mich auf die Türschwelle und heulte. Heulte und heulte. Bis ich nicht mehr konnte. Mein Wasser war wohl alle oder so. Aber nur zwei Meter neben mir konnte ich auch in der Dunkelheit das Wasser unter unserem Haus rausblubbern hören. Das ist also noch längst nicht alle…

Ihr seid wahrscheinlich alle genau so gespannt wie wir, ob unser Haus/Carport morgen noch steht… Wir werden Euch auf dem Laufenden halten. Freuen uns aber sehr über gute Ratschläge und Mitleidsbekundungen unsrer treuen Baublog-Leserinnen und -Lesern. Werde jetzt mal sicherheitshalber einen Koffer packen gehen…

In Stein gemeißelt…

Morgen ist der Umzug. Ich putze unser neues Haus und feudel nochmal durch. Als letztes kommt die Diele dran. Ähh… ich bin zwar mit wischen fertig, trotzdem sind da noch sehr deutlich Fußabdrücke zu erkennen. Komisch. Da hat Frau Schneider wohl schluderich gewischt… nochmal mit dem Feudel drüber. Öhm, tja. Immer noch da. Ich schaue mir das ganze von der Nähe an. Eindeutig glänzende Fußabdrücke auf unseren Fliesen. Plötzlich wird mir ganz anders. Nein! Das ist nicht etwa…?! Mir saust der Satz in den Kopf, den der eine von den Epoxidharz-Typen sagte: …“das Zeug geht nie wieder ab. Absolut strapazierfähig. Wenn das irgendwo drauf ist, ist das wie in Stein gemeißelt. Das ist für die Ewigkeit…!“ Mir ist ganz schlecht. Das gibts doch nicht! Einer von diesen Halunken ist in die Epoxidharz-Pampe getreten und hat sich fußabdrucktechnisch in unsrer Diele verewigt. Toll! Super, ihr Oberpappnasen! Könnt ihr euch nicht die Füße abputzen?!? Was nun. Ich bin verzweifelt. Nach einigen Telefonaten kriechen mein Papa, mein Schwiegerpapa und ich auf den Fliesen rum und probieren mit verschiedenen Reinigern, Verdünnern, und anderen Mittelchen mit Totenköpfen auf der Verpackung die Spuren zu beseitigen. Mein Papa kriegt es schließlich mit irgendeinem Spezialreiniger hin. Puhhh. Mein Adrenalinpegel sinkt langsam wieder. Die Epoxidheinis hatten nochmal Glück. Ich hätte sie nämlich sonst geteert und gefedert durchs Hühnerland gejagt…!

Vorbereitungen fürs Parkett

Der aufmerksame Leser hat die Geschichte mit unserem – angeblich – zu feuchten Beton-Fußboden verfolgen können. Da die Firma Knutzen mit dem Verlegen des Parketts loslegen will, und wir auch gerne einen gescheiten Untergrund hätten, haben die nun gesagt, sie machen eine Abdichtung unseres Fußbodens mit Epoxidharz. Sie zahlen. Hmmm… Die zahlen? Na schön. Denn mal los. Das Zeug hat ja hoffentlich schon mal jemand vor uns auf den Boden gepinselt bekommen und das auch überlebt?! Oder fallen wir jetzt tot um wie die Fliegen sobald die Fußbodenheizung das Giftzeug erwärmt und wir die Dämpfe einatmen?!?? Urgs. Egal, jetzt ist es drauf. Die Männer haben noch Säckeweise Sand (bestimmt irgend ein Spezialsand) auf dem Klebzeug verteilt. Unsere Jungs waren natürlich begeistert. Die dachten, da entsteht so etwas wie eine 44 m² große Sandkiste, Indoorspielplatz oder ähnliches. Bin gespannt wie es morgen weiter geht… Die Männer, die das Harz verteilten erwähnten übrigens beiläufig, dass die ganze Aktion die Firma Knutzen 800 Euro kostet. Ups. Die waren wohl ursprünglich von 30-100 Euro ausgegangen. Tja, da haben die sich wohl ein ganz schön großes Ei gelegt…