Inventer nachts automatisch leise schalten

Die Zeitschaltuhr

Ich werde oft nach einem Resümée bzgl. der Inventer gefragt. Es fällt nicht leicht, da ich nicht wirklich keinen Vergleich habe.

Preislich sind die Inventer bestimmt immer noch deutlich günstiger als eine zentrale Lüftungsanlage. Von Vorteil sehe ich den relativ einfach Aufbau des Systems und Einbau der Teile. Wenn mal ein Inventer defekt ist, tauscht man eben nur diesen oder Teile davon aus. Auch das Rohrsystem bei einem zentralen System behagt mir irgendwie nicht. Bietet nicht warme Luft eine herrliche Brutstätte für Bakterien? Und säubern kann man die Rohre doch auch nicht, oder? Aber ich habe mich noch nicht wirklich damit beschäftigt. Für uns ist der Zug sowieso abgefahren. Wir haben die Inventer.

Vor dem Hausbau hatte ich irgendwie immer die Vorstellung, man bräuchte mit einer Lüftungsanlage nie wieder lüften. Die Lüfter würden innerhalb von zwei Stunden oder so einfach die gesamte Raumluft einmal tauschen, man hätte immer frische Luft – super.

Nun, dieser Effekt stellt sich mit den Inventern nicht ein, zumindest nicht, wenn man nicht voll-taub ist. Wir fahren die Inventer bisher nur auf 25% (Öko-Modus), da es nachts in den Schlafzimmer sonst einfach zu laut ist. Aber auf 25% ist der Luftaustausch deutlich geringer. Was mich nervt, ist, dass man das ja eigentlich nie wirklich messen kann. Das subjektive Gefühl ist schon, dass wir mit den Inventer bessere Luft haben, auch auf 25%. Sie kommen aber nachts nicht gegen zwei atmende Schläfer gegen an. Wenn ich nachts mal aufwache und vom Bad wieder ins Schlafzimmer komme, merkt man die verbrauchte Luft doch deutlich.

Anschluss an den Regler

Insofern bleibt das Problem, dass man mit offenem Fenster einschläft und je nach Jahreszeit nachts irgendwann mit Eiszapfen an den Zehen im Halbschlaf das Fenster wieder schließt. Schade.

Tagsüber fällt die Lautstärke nicht so ins Gewicht, insb. wenn mehrere Personen im Haus sind und die Hintergrundgeräusche diverser Kinder sowieso alles übertönen. Da macht es also Sinn, die Inventer auch mal höher zu drehen. Maximal 50% ist erträglich, alles darüber erinnert an Flughafen. Im Arbeitszimmer höre ich den Lüfter jetzt gerade deutlich, aber es gibt eben auch genug andere Geräusche, so dass es tagsüber ok ist. Auf der Inventer-Seite gibt es noch Dämmsets; ich konnte mich aber bisher nicht überwinden, nochmal 50€ für so ein Ding auszugeben.

Wenn man nun also tagsüber andere Drehgeschwindigkeiten fahren will als nachts, macht es Sinn, das automatisch zu steuern, denn der Regler befindet sich im Hauswirtschaftsraum hinterm Stromkasten und da möchte man nicht zweimal täglich irgendwelche Knöpfchen drücken.

Also habe ich vorhin mit einem Kollegen (seines Zeichens Elektro-Held) eine Zeitschaltuhr (30€ ausm Baumarkt) für eine Hutschiene in den Schaltkasten gesetzt. Die bekommt einen Stromanschluss über eine der vorhandenen Sicherungen und wird mit einem dünnen Kabel (Lautsprecherkabel) mit zwei Pins (potentialfreier Schalter) des Inventer-Reglers verbunden.

Im Inventer-Regler-Menü lässt sich dann steuern, was dieser Schalter schalten soll:

  • Kamin-Funktion: Abschalten der Lüfter
  • Durchlüftungs-Funktion: Wechseln zwischen Durchlüften und ursprünglichem Betriebsmodus (bspw. Wärmerückgewinnung)
  • Öko-Funktion: Wechseln zwischen Öko-Modus (25% Drehzahl) und ursprünglich eingestellter Drehzahl (bspw. 50%)
  • Passiv: Schalter bleibt ohne Wirkung

Jetzt für den nahenden Winter habe ich den Schalter auf Öko-Funktion, so dass wir also tagsüber etwas mehr lüften als nachts. Heute Abend 19:00 wird es also leiser und morgen früh ab 09:00 dann wieder luftiger.

Im Sommer macht es dann vielleicht Sinn, den Schalter auf Durchlüftungs-Funktion zu schalten. Wenn es abends abgekühlt ist, sorgt die Durchlüftung für kühlere Luft im Haus. Der Wärmerückgewinnungsmodus hält angeblich tagsüber auch die Wärme draußen.

InVENTer bei Sturm

Als nun Tief Daisy da war, haben wir im Schlafzimmer die InVENTer zugedreht. Die Windgeräusche waren doch etwas störend. Dadurch dass sich der Wind draußen unter den Edelstahl-Abdeckungen fangen kann, stört er die Drehbewegungen des Ventilators, wodurch unregelmäßige Geräusche entstehen. Da ist ein zentrales System wahrscheinlich weniger anfällig.

InVENTer

Die Elektriker waren gestern nochmal da, um einige Restarbeiten zu erledigen. Unter anderem haben sie die InVENTer angeschlossen, unsere dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung, angeblich bis 92% laut Hersteller. Nochmal kurz zur Funktionsweise: Wir haben insgesamt acht “Löcher” im Haus. Darin sind die InVENTer eingesetzt, die im Wesentlichen aus einem Lüfter, einem Filter und einem Keramik-Element bestehen. Alle 70 Sekunden wechselt der Lüfter seine Blasrichtung und zwar im Haus immer vier rein, vier raus. Das Keramik-Element erwärmt sich durch die ausströmende Luft und gibt die gespeicherte Wärme wieder an die reinströmende Luft ab.

Die Dinger sind wirklich recht leise, aber eben nicht unhörbar. So spricht der Hersteller auch von flüsterleise. Im Wohnzimmer merken wir rein überhaupt gar nichts, da der Side-by-side-Kühlschrank schon lauter ist. In den Schlaf- und Kinderzimmern kann man bei sonst vollkommener Stille schon ein leichtes Rauschen vernehmen. Das ist aber so unmerklich, dass wir keine Eingewöhung beim Einschlafen brauchten. Auch unser Vierjähriger, der mit seinem Kopf in seinem Hochbett quasi direkt unter einem InVENTer schläft, hat sich nicht beschwert.

Allerdings habe ich gerade festgestellt, dass das primitive Steuergerät noch falsch eingestellt war, nämlich auf Dauerlüftung, also Abluftbetrieb. Die Drehzahl der Lüfter stand auf 25%. Ich habe nun gerade mal auf Wärmerückgewinnung und 100% umgestellt. Jetzt erfolgt auch alle 70 Sekunden eine Umkehr der Luftrichtung. Und das kann ich deshalb so genau kontrollieren, da der Lüfter nun wirklich deutlich zu hören ist, etwa vergleichbar mit einem schnell drehenden Tischventilator. Das ist auf Dauer definitiv zu laut, insbesondere da er alle 70 Sekunden mal wieder kurz leise wird, um die Drehrichtung zu ändern. Laut Hersteller liegt der Geräuschpegel bei 25% Drehleistung bei 19dBA, bei 100% bei 41dBA. Allerdings ist die Entfernung bei der Messung nicht angegeben; insofern sind die Angaben eigentlich sinnlos. Trotzdem: man empfindet bei 10dB Pegeländerung etwa eine Verdoppelung der subjektiven Lautstärke (siehe hier); somit ist die Lautstärke-Empfindung bei 100% Drehzahlleistung etwa viermal so hoch wie bei 25%. 41dB entspricht in etwa die Lautstärke einer normalen Unterhaltung. Und wer will schon ständig gegen seinen Lüfter gegenanreden? Selbst auf 50% (entspricht laut Kurzanleitung der “Normluftleistung”) ist der Lüfter noch deutlich zu hören, so dass ich nun wieder auf 25% (Öko-Mode) runterregele, in der Hoffnung, dass sich trotzdem Wohlbefinden einstellt und Schimmel ausbleibt.

Ich bin sowieso gespannt, ob wir klimatechnisch nun noch einen großen Unterschied merken. Das Wohnen in einem Dammann-Haus ist einfach so schon prima. Da gibt es eben keine feuchten Wände, die erstmal lange austrocken müssen. Bei den Außentemperaturen gerade (-10°C) hat aber auch keiner große Lust auf Lüften – das ist spätestens jetzt auch endlich vorbei :-)