Schlagwort-Archiv: Grundsteuer

Einheitswert festgestellt

Send to Kindle

Wir haben nun auch den Einheitswert mit Haus erhalten, genau: den Bescheid über den Einheitswert (Wert- und Artfortschreibung) und den Bescheid über den Grundsteuermessbetrag (Neuveranlagung). Darin wird der Einheitswert für unser Einfamilienhaus auf 46.118 Euro festgestellt.

Weiter unten ist die Berechnung aufgeschlüsselt. Naja, so richtig wird man nicht schlau daraus. Zunächst mal haben wir Bauteil 01 und Bauteil 02, wahrscheinlich das Carport. Für Bauteil 01 wird die Jahresrohmiete Wohnzwecke auf 7.604 DM gesetzt (einschließlich 5% Zuschlag für Schönheitsreparaturen). Das wäre wohl der Wert, den man 1964 als Jahresmiete für unser Haus hätte zahlen müssen – recht günstig eigentlich.

Und dann gibt es einen Vervielfältiger (das Wort Faktor ist wahrscheinlich nicht deutsch genug), der der Anlage 7 zum Bewertungsgesetz zu entnehmen ist. Darin werden zunächst drei Klassen unterschieden:

  • A: bei Massivbauten mit Mauerwerk aus Ziegelsteinen, Natursteinen, Kalksandsteinen, Schwemmsteinen oder ähnlichen Steinen sowie bei Stahl- und Stahlbetonskelettbauten außer bei solchen Bauten, die unter B fallen
  • B: bei Holzfachwerkbauten mit Ziegelsteinausmauerung, Gebäuden aus großformatigen Bimsbetonplatten oder ähnlichen Platten sowie bei anderen eingeschossigen massiven Gebäuden in leichter Bauausführung
  • C: bei Holzfachwerkbauten mit Lehmausfachung und besonders haltbaren Holzbauten mit massiven Fundamenten

Was würdet Ihr nun denken, in welche Kategorie ein Dammann-Haus fällt? Ich hätte ja auf “besonders haltebare Holzbauten mit massiven Fundamenten” getippt, aber nein, unser Bauteil 01 fällt in Kategorie B, während Bauteil 02 mit nur einer Jahresrohmiete Wohnzwecke von 340 DM in Kategorie C fällt.

Da werde ich wohl nochmal nachhaken, denn Anlage 7 ist nun so aufgebaut, dass es für jede der drei Kategorien einen Faktor gibt, der abhängig ist von der Einwohnerzahl der Gemeinde, in der das Haus steht. Kronshagen fällt dabei in die Kategorie zwischen 10.000 und 50.000 Einwohner. Die Vervielfältiger für Nachkriegbauten nach dem 20.06.1948 ;-) vom kleinem Dorf bis Großstadt in den einzelnen Klassen wie folgt:

  • A: 11,8
  • B: 11,4
  • C: 10,6

Insofern ist es also schon spannend, warum der Großteil unseres Hauses nicht in Kategorie C fällt. Seltsam ist auch, weshalb eine Wohn-/Nutzfläche von 142m²angesetzt wird, obwohl die echte Fläche doch größer ist.

Der Steuermessbetrag errechnet sich dann wie beschrieben (siehe Artikel Einheitswertfeststellung) zu 126,89€. Mit dem Kronshagener Hebesatz von 240% müsste sich als eine jährliche Grundsteuer von 304,54€ ergeben.

Welcher Einheitswert wurde für Euer Haus festgesetzt und nach welcher Kategorie wurde berechnet?

    Bescheidene Bescheide

    Send to Kindle

    Heute bekamen wir Post vom Finanzamt Kiel, gleich zwei Bescheide (ist das der korrekte Plural?). Der Bescheid über den Einheitswert (Zurechnungsfortschreibung) teilt uns mit, dass der Einheitswert für das unbebaute Grundstück bleibt wie bisher, nämlich bei 8.027€ (15,700 DM). Häh? Wieso unbebautes Grundstück? Entweder die haben da was nicht mitbekommen oder da kommt irgendwann noch ein Update; vielleicht ist das der ordentliche Dienstweg.

    Der Bescheid über den Grundsteuermessbetrag (Neuveranlagung) multipliziert mir dann diesen Einheitswert mit der Steuermesszahl von 0,35% und kommt also auf einen Steuermessbetrag von 28,09€ – die zahl ich doch gern. Aber ich befürchte, das ist noch nicht das Ende.

    Einheitswertfeststellung

    Send to Kindle

    Anfang Januar bekamen wir vom Finanzamt einen zwei-seitigen Fragebogen zur Einheitswertfeststellung. So krass, mit was für Zeug man sich befassen muss, von dem man vorher nicht mal geahnt hatte, dass es sowas gibt oder zumindest jegliche Existenz eines solchen Begriffs wissentlich zu verdrängen suchte. Für alle, die ähnlich wenig wissen, wie ich noch vor meiner Google-Attacke, hier ein paar Infos.

    Der Einheitswert war wohl früher mal eine große Nummer, wird aber heute nur noch zur Berechnung der Grundsteuer sowie zur Wertermittlung für Gebäudeversicherungen heran gezogen. Der Kollege ist im Bewertungsgesetz (was wir so für Gesetze haben) definiert und leitet sich aus dem Preis ab, der bei einem Verkauf des Wirtschaftsguts zu erzielen wäre. Das krasse ist, dass alles auf den (Achtung noch so’n Begriff) Hauptfeststellungszeitpunkt bezogen wird, der für die alten Bundesländer der 01.01.1964 ist. In §21 findet man, dass die Hauptfeststellung alle sechs Jahre erfolgt, der Einheitswert aber logischerweise auch neu berechnet wird, wenn sich irgendwas ändert (§22 Fortschreibungen). Bei unserem Neubau geht’s ja nun erstmal um die erstmalige Feststellung. Aber wie wird denn nun das Ding berechnet?

    Ab §13 faselt das Grundsteuergesetz (GrStG) von der Steuermesszahl (ein Prozentwert) und dem Steuermessbetrag. Die Steuermesszahl für Einfamilienhäuser beträgt für die ersten 38.346,89 € des Einheitswertes 0,26% und danach 0,35%. Der Steuermessbetrag ergibt sich dann also aus Multiplikation der Steuermesszahl mit dem Einheitswert. Der Einheitswert wird wohl in irgendwelchen Tabellen nachgeschlagen, die ich nicht gefunden habe, soll aber so grob 13% des aktuellen Verkehrwertes betragen.

    Aaaber, jetzt kommt’s: eine Gemeinde setzt für Gewerbe- und Grundsteuern einen Hebesatz an, mit dem der Steuermessbetrag nochmal multipliziert wird. Wenn man im Netz sucht, findet man von den Statistischen Ämtern recht schnell eine nette Tabelle, in der für alle Gemeinden die Hebesätze angegeben sind. Dabei nach Grundsteuer B suchen, A ist für Forstwirtschaft. Kronshagen liegt mit 260% noch ganz gut, zwei Kilometer weiter in Kiel sind es schon 450%, Hamburg nimmt 540%, Bremen 580%, Berlin wohl am meisten mit 810% (Werte von 2008); es gibt aber auch kleine Dörfchen, die unter der 200%-Marke liegen und sogar unter 100%.

    Ich häng hier mal eine kleine Excel-Datei an, die nach obiger Methode die Grundsteuer zu berechnen versucht (ohne Gewähr natürlich).

    Download Grundsteuerrechner.xls

    Bauherren-Tipp des Tages: Bei allen Rechtsfragen und -anschreiben versucht doch mal janolaw!